Die vier Rechenfehler

Das ist eine gute Sache, wenn man aus eigenen Fehlern oder aus Fehlern, die andere gemacht haben, eine Lehre zieht. Es gibt kleine Irrtümer und große. Wenn du dir einen Hut kaufst, der eine Nummer zu groß oder zu klein ist, so sieht das allenfalls spaßig aus, aber es ist nicht tragisch. Dieser Irrtum ist schnell behoben: Du kannst den Hut umtauschen. Wenn aber deine Reparaturwerkstatt bei der Inspektion deines Autos versehentlich die Radmuttern an einem Rad nicht fest anzieht, dann kann dieser Fehler schon beim nächsten Kilometer für dich und für andere zur Tragödie werden. Das gibt dann Schlagzeilen in der Zeitung. Vielleicht auch Todesanzeigen.

Den größten Fehler aber, den ein Mensch begehen kann, ist der, daß er sich um den Preis seiner Seele irrt. Dieser Irrtum reicht hinein bis in die Ewigkeit. Der ist nicht mit der Beerdigung und einem schönen Nachruf beseitigt. Dieser Irrtum entscheidet über dein ewiges Los. Denn einen größeren Fehler kann keiner begehen als den: Nicht auf das Wort Gottes zu hören und ihm nicht zu glauben; ja, so zu leben, als gäbe es keinen Gott.

Ich fürchte, daß der reiche Mann, von dem die Bibel uns berichtet, diesen verhängnisvollsten aller Irrtümer begangen hat. Laßt uns daher seine Fehler genauer besehen. Wir wollen ja aus ihnen lernen. Insgesamt sind es vier große Rechenfehler, die der reiche Mann begangen hat.

1. Er vergaß seinen reichen Gott über sich

Ich glaube, daß der reiche Mann kein Faulenzer war. Er hatte hart gearbeitet. Auch wenn er viele Arbeiter hatte, er war morgens der erste und abends der letzte. Alle Fäden der Organisation und der Aufsicht liefen bei ihm zusammen. Er war gegen sich selbst hart und verlangte darum auch viel von den anderen. Alles lief gut. Er wurde reich. Auf ehrliche Weise. Durch Schwindel und Betrug kommen viele im Leben zu etwas. Die Zeitungen berichten jeden Tag davon. Aber sein Reichtum war ehrlich erworben. Er war ihm nicht in den Schoß gefallen. Er verstand, seine Äcker und Wiesen gut zu bebauen. Er hatte keine zwei linken Hände, sondern er packte selbst überall mit an. Wenn die anderen arbeiteten, er noch mehr. Wenn die anderen schwitzten er auch. Was er erwirtschaftete, war mühsam und redlich erworben.

Und endlich ist es soweit. Die Ernte steht vor der Tür. Eine Ernte, so groß und wunderbar, wie er nicht zu hoffen gewagt hatte. Da geht er eines Abends nach der Glut und Hitze des Tages hinaus auf seine Felder. Er schaut über die schweren Ähren hin, sieht all den großen Segen, kann den Reichtum nicht fassen und kommt dabei in eine große Unruhe hinein, indem er sich fragt: "Was soll ich tun? Wohin soll ich mit all dem Segen, der mir gewachsen ist?"

Armer, reicher Mann! Hättest du doch deine Augen nicht auf deine Felder, sondern in die Höhe gerichtet. "Wer ist es denn, der es so gut mit dir meint? Wer hat meiner Hände Arbeit und Segen gekrönt? Wer überschüttet mich mit Wohltaten? Ist es nicht der heilige, große Gott, der Regen und Sonne, Wolken und Wind gegeben hat? Der mir Verstand verliehen hat, mir ein Paar kräftige Arme schenkte und Augen zum Sehen und Füße zum Gehen." So hätte er Gott begegnen und sich durch diese großen Wohltaten zur Dankbarkeit und Buße führen lassen sollen.

Aber er tat es nicht. Er fragte nicht nach Gott. Das war sein Kardinalfehler. Sein Fehler Nummer eins. Er kennt nur einen Gott, und der heißt: Ich. Immer wieder Ich. Sechsmal redet der reiche Mann von sich, keinmal von Gott. Seine ganzen Rechenkünste drehen sich nur um eine Person: um sich selbst. Er ist völlig verwoben, gänzlich umgamt in das Netz seiner Selbstsucht. Zwar glaubt er, frei und unabhängig zu sein, und in Wirklichkeit ist er ein Sklave seines Ich. Denn nicht darin bestand seine Sünde, daß er größere Scheunen bauen wollte, sondern daß er es zu tun beabsichtigte, ohne nach Gott zu fragen.

Und wie ist es mit dir? Du sagst: So ist es glücklicherweise nicht bei mir. Mir geht es zwar auch gut. Ich bin fleißig gewesen und habe es zu etwas gebracht. Aber ich bin doch kein Heide. Ich zahle doch Kirchensteuern. Ich gehe doch in den Gottesdienst. Ich spende doch darüber hinaus für die Innere Mission, die Caritas und die Hungernden in Afrika, ich, ich, ich . . . Merkst du etwas?

Der Herr Jesus wurde einst gefragt, welches das größte Gebot sei. Und er antwortete: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstande" (Matth. 22,37). Er muß die Mitte sein. Er muß mein Alles sein. Mein Ich muß von seinem Thron herunter. Denn wenn dies das größte Gebot ist, dann ist dies auch die größte Sünde: meine Ichsucht, mein Eigenwille, der nicht nach Gott fragt.

Zu viele Menschen nennen sich Christen, die gar nicht daran denken, ihr Leben nach dem Willen Jesu Christi auszurichten.

Viele meinen sogar, sich diesem Anspruch Gottes an ihr Leben entziehen zu können, ja, sich damit ihrem unruhigen Gewissen gegenüber loskaufen zu können, indem sie dem Namen nach Mitglieder einer religiösen Organisation sind und sich dies auch finanziell etwas kosten lassen. Vielleicht war unser reicher Mann sogar ein regelmäßiger Besucher der Zusammenkünfte in der Synagoge. Gehörst du auch zu dem Heer der "getauften" Heiden, die meinen, dem heiligen Gott einmal ein christliches Dokument vorweisen zu können? Die so tun, als ob sie von sich aus den Himmel verdient hätten, weil sie doch niemandem etwas getan haben und nicht gegen menschliche Gesetze verstießen? Die so tun, als ob Gott sich freuen könnte, daß es solche wie sie noch gibt? Die nach dem Motto "Tue recht und scheue niemand" gelebt haben?

Beantworte dir diese Fragen selbst! Und dann mach endlich Schluß mit der Verdunkelungspolitik deines Lebens. Werde wahrhaftig vor dir selbst. Erkenne dich - wie einst Dr. Martin Luther sagte - als der, der du bist:

ein verlorener, verdammungswürdiger Mensch. Äußerlich vielleicht tadellos, im Beruf tüchtig, in der Familie vorbildlich - das wird alles nicht abgestritten -, aber vor Gott einer, der nur bekennen kann: Herr, ich bin ein jämmerlicher Bettler vor dir! Einer, der sich bisher nur um seine eigene armselige Lebensachse drehte, der sein Ich an-gebetet hat, der nicht nach dir fragte.

Das ist das Wunder der Bekehrung, das Wunder der Wiedergeburt, des Zum-Glauben-Kommens: wenn die Heiligkeit Gottes mir bewußt wird, wenn ich mein verpfuschtes Leben erkenne und mich all dies im Lichte des Wortes Gottes in Reue und Buße zu dem Gekreuzigten treibt. Wenn ich dann zu Füßen dieses anbetungswürdigen Gottessohnes erkenne: Dieser Herr Jesus dort am Kreuz, das ist nicht irgendein Religionsstifter, auch nicht ein Märtyrer, der für seine Idee starb, sondern das ist der reine und völlig sündlose Sohn Gottes, der aus Liebe zu mir, dem Verlorenen, stellvertretend meine Sünden trug.

Das ist mein Erretter, mein Herr. Das macht dich froh, das macht dich frei. Ja, das gibt deinem Leben Mitte, Inhalt und Ziel.

Heute will dich Jesus fragen:
Bist du ganz für mich bereit?
Du verlierst dich sonst im Jagen
nach den Gütern dieser Zeit.
Wag es mit Jesus, was deine Not auch sei!
Wag es mit Jesus. Er macht dich frei!

2. Er vergaß seinen Nächsten neben sich

"Und er überlegte bei sich selbst ..." Die Überlegungen eines habsüchtigen Herzens können sich um nichts anderes drehen als um sich selbst. Der Mann überlegte nicht in der Gegenwart Gottes. Seine Gedanken standen auch nicht unter dem Einfluß der Not anderer. Nein, er überlegte bei sich selbst in dem engen Raum seines egoistischen Horizonts. "Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll."

Gab es denn keine naheliegende nützliche Verwendung für seine Güter? Wahrscheinlich hatte dieser Mann die Bibel - das Alte Testament - im Hause. Und in ihr fand er genügend Hinweise auf seine Frage "Was soll ich tun?" Denn die göttliche Antwort auf diese Frage ist einfach und klar: Du sollst dein Herz vor deinem armen Bruder nicht verhärten, sondern sollst ihm deine Hand weit auftun (5. Mose 15,7ff.). Ja, die Bibel preist den glückselig, der hierauf achthat und kündigt andererseits dem Hartherzigen den Fluch an (Ps. 41,1; Sprüche 28, 27).

Nicht an äußerlicher religiöser Übung kann sich der heilige Gott erfreuen. Das war auch unserem reichen Mann schon ganz klar gesagt. Vielmehr hat Gott daran Gefallen, wenn dem Hungrigen das Brot gebrochen wird und wenn verfolgte Elende ins Haus geführt werden (Jes. 58,7). Und all dies bekräftigt der Herr Jesus wie mit einem dicken roten Ausrufezeichen, wenn er dem ersten und größten Gebot das zweite gleichwertig zur Seite stellt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" (Matth. 22,39).

Das geht noch viel weiter, als dem Armen zu helfen und den Hungernden zu sättigen. Das zielt auf die völlige Neugestaltung unseres Lebens. Das geht an die Wurzel allen Übels: an das sündige Ich. Das ist biblischer Radikalismus, wie Gott ihn fordert. Revolution des Herzens im Lichte des biblischen Wortes. Buße und Bekehrung, das ist es, was unsere so zerstrittene Gesellschaft benötigt. Denn Jesus Christus allein vermag alles zu ordnen: dein persönliches Leben und das Leben eines Volkes.

Nur macht man in der Praxis einen großen Fehler. Man will mit dem zweiten anfangen, ohne das erste getan zu haben. Man nimmt sich in seinem Hochmut vor, auf Erden paradiesische Zustände schaffen zu wollen, vergißt dabei aber völlig, daß der Mensch ein Rebell gegen Gott ist. Jeder Mensch ist ein Sünder und bedarf dringend der Erlösung, die der Herr Jesus, Gottes Sohn, am Kreuz auf Golgatha vollbracht hat. Hier allein muß der Anfang liegen, nirgendwo sonst.

Es ist wahr, daß vieles, ja erschreckend vieles im Leben der Völker völlig widersinnig ist.

Die Völker der Erde wenden zur Zeit für die Rüstung so riesige Summen auf, als führten sie einen Weltkrieg. Wurden vor 10 Jahren von den einzelnen Regierungen jährlich über 800 Milliarden Mark dafür bereitgestellt, so wird in den Achtziger Jahren der Weltrüstungsaufwand etwa das Dreifache dieser ungeheuren Summe erreichen. Anders ausgedrückt: Für Kriegszwecke hatte die Menschheit 40% mehr Geld übrig als für das gesamte Bildungswesen. Und die Ausgaben aller Länder für das

Gesundheitswesen machten noch nicht einmal ein Drittel der Rüstungsmilliarden aus, von den Hungernden und Verhungernden ganz zu schweigen.

Wem blutet das Herz nicht darüber? Die Finanzierung von Panzern, Bombenflugzeugen und Atomraketen ist gesichert - und gleichzeitig sind Millionen und aber Millionen von Menschen dem ärgsten Hunger und den schlimmsten Krankheiten preisgegeben, ohne daß ihnen geholfen wird. So weit hat es der von Gott gefallene Mensch gebracht. Alles steht auf dem Kopf. Anstatt seinem Nächsten, auch in anderen Erdteilen, zu helfen, werden Milliarden hinausgeworfen, um die grauenhafte Maschinerie atomarer' biologischer und chemischer Vernichtungswaffen immer mehr zu vervollkommnen. Nach geglückter Mondlandung bereiten wir uns darauf vor, mit Raumschiffen weiter ins All vorzudringen, während gleichzeitig der Haß hier auf unserem Planeten immer bedrohlichere Züge annimmt. Da ist nichts zu beschönigen. Das ist tief beschämend. Wie schrecklich wirkt sich doch die Rebellion des Menschen gegen seinen Schöpfer aus! Und diese Auflehnung gegen den Schöpfer richtet sich auch immer gegen den Mitmenschen, seinen Nächsten. Das war bei Kam und Abel so, und das ist heute noch das gleiche. Nur der wiedergeborene Mensch, der als "neue Schöpfung" in der rechten Verantwortung vor Gott steht, steht auch in der rechten Verantwortung seinem Nächsten gegenüber. Alle anderen Versuche und Parolen, so schön sie auch klingen mögen, erinnern an Münchhausen' der sich an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen wollte. Und Münchhausen war ein Lügner.

"Was soll ich tun?" Der reiche Mann hatte diese Frage nicht Gott vorgelegt, sondern sich selbst. Und deswegen bekam er auch die falsche Antwort auf diese Frage. Sie lautete: Ich will, ich will, ich will ...

Unmittelbare Folge der überschäumenden Selbstsucht der Menschen unserer Tage ist das Überhandnehmen der Verbrechen. Die Selbstsucht ist immer gegen den Nächsten gerichtet, in allen Varianten bis hin zum Mord.

Selbstsucht - Wohlstand - Kriminalität, diese Erscheinungen stehen in einem engen Zusammenhang. Je größer die Selbstsucht, desto größer der Wohlstand, desto größer die Kriminalität. Wie der FBI-Chef berichtete, hat sich die Kriminalität in den USA innerhalb von 8 Jahren mehr als verdoppelt. Bei fast 5 Millionen schweren Verbrechen im Jahr bedeutet das, daß im statistischen Durchschnitt pro Jahr jeder 50. Amerikaner ermordet, beraubt, vergewaltigt, bestohlen oder mißhandelt wird. In der Tat eine schauerliche Bilanz, diese schockierende Kehrseite der Wohlstandsgesellschaft. Und die Schreckenskurve steigt weiter und weiter.

Aber am Anfang jeder Sünde steht dieser verhängnisvolle Fehler, wie ihn der reiche Mann beging. An sich dachte er, Gott und seinen Nächsten vergaß er. Lerne daraus: Du hast dein Leben nicht für dich zu leben. Du bist es deinem Schöpfer schuldig, der es dir schenkte. Du mußt ein Eigentum des Herrn Jesus werden, um dann auch deinem Nächsten zu dienen.

3. Er vergaß seine unbefriedigte Seele in sich

Das war wirklich eine schöne Ansprache, die der reiche Mann an seine Seele gehalten hatte: "Seele, du hast viele Güter daliegen auf viele Jahre; ruhe aus, iß, trink, sei fröhlich!" Aber welch ein Irrtum! Welcher Hohn und Spott! Dieser törichte Mann ist so verblendet, daß er seinen Körper für seine Seele hält. Er ist völlig verwirrt in bezug auf sie. Kann man denn die Seele mit Brot, Wein und Vergnügen, mit Alkohol und Parties sättigen? Nein, niemals. Sonst würden in den Villen der Reichen und in den Amüsierlokalen unserer Städte die glücklichsten Menschen der Welt wohnen. Das Gegenteil ist der Fall.

Sie suchen, was sie nicht finden,
in Liebe und Ehre und Glück,
und sie kommen belastet mit Sünden
und unbefriedigt zurück.

Hinter dem Lächeln der Stars und Sternchen verbirgt sich ein leeres, friedloses Herz. Äußerlich ist alles okay, tadellos, ja vielleicht faszinierend. Aber wie's drinnen aussieht, geht niemand was an. Hinter dem Make-up nur ausgebrannte Ruinen, verkaufte Seelen ohne Gewissensruhe und Herzensfrieden.

Der Herr Jesus sagt in Matthäus 16,26: "Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber seine Seele einbüßte?"

Überlege dir einmal, was das heißt: die ganze Welt gewinnen! Alles, wirklich alles Irdische besitzen und das Ansehen und die Achtung aller genießen. Und dennoch: Was würde es dir nützen, wenn es um den Preis deiner Seele geschähe?

Ich fürchte, daß viele, viele Menschen ihre Seele nicht nur zu einem niedrigen Preis, sondern zu einem schäbigen Schleuderpreis verkaufen. Eine ganz bestimmte Sünde, das ist dein vermeintlicher Reichtum, den du nicht hergeben willst. Das kann deine Habsucht, dein Geldbeutel sein. Aber auch dein Ansehen unter weltlichen Freunden und Nachbarn. Vielleicht ein Mädchen, ein Junge, ein Mann, eine Frau. Oder deine Selbstgerechtigkeit, dein Manipulieren mit finsteren Mächten des Aberglaubens, das Horoskop, vielleicht dein Hobby, oder was immer es sein mag. Das, was dich bindet, ist der Ausverkaufspreis zu dem du deine kostbare Seele verschleuderst, deine Seele, die mehr wert ist als die ganze Welt mit ihren Schätzen.

Du bist sonst ein guter Rechner, vielleicht ein tüchtiger Geschäftsmann, und hier machst du diesen ungeheuerlichen Fehler. Deines vermeintlichen Reichtums wegen, der in Wirklichkeit gar keiner ist, läßt du deine Seele ewig verlorengehen.

Woher kommt denn all deine Unruhe, dein ständiges Getriebenwerden? Woher denn? Weil sich deine Seele nach etwas ganz anderem sehnt. Weil sie etwas ganz anderes braucht. Was denn? Deine Seele braucht den Frieden mit Gott durch das Blut Jesu Christi. Sie braucht Ewigkeitsinhalt, Gemeinschaft mit Gott durch den Herrn Jesus. Sie braucht auch die Gaben des Heiligen Geistes: Gerechtigkeit, Friede, Freude. Und alles das wird dir im Worte Gottes angeboten. Aber wenn du Gottes großes Angebot an dich nicht annimmst, nicht davon Kenntnis nimmst, indem du Gottes Brief an dich, die Bibel, nicht liest, dann geht deine Seele für ewig elend zugrunde.

Der reiche Mann pflegte seinen Leib. Seine Seele beachtete er nicht. Sich ausruhen, essen, trinken, sich vergnügen, das ist ein erstrebenswertes Ziel. Und genau das ist heute das erstrebenswerte Ziel von Tausenden und Millionen von Menschen. Vielleicht sieht auch deine Lebensphilosophie so aus: für alles sorgen, was dir und den Deinen zum Vorteil und Vergnügen dient. Du denkst an alles. Dein Auto hältst du tipptopp in Ordnung. Da wird keine Inspektion vergessen. Lack und Chrom glänzen nur so - und deine Seele verkümmert. Kein Stiefkind wird so behandelt und mißhandelt wie sie.

Gewiß hat sich auch dein Gewissen in stillen Stunden gerührt oder ist aufgeweckt worden unter den Hammerschlägen des heiligen Wortes Gottes. Damals, als Gott dich aufs Krankenlager legte und du endlich einmal wieder Zeit fandest, deinen Weg zu überdenken. Oder du wurdest durch den Tod eines Angehörigen oder Freundes plötzlich an Gericht und Ewigkeit erinnert.

Täglich gehen Tausende in die Ewigkeit, die die Messer- und Gabelfrage und die Frage der Schulbildung ihrer Kinder bestens gelöst haben, aber ihre Seele zugrunde richteten. Laß dich warnen! Laß dich aufwecken! Komm heute zum Herrn Jesus! Er will dir schenken, was deiner Seele zum Frieden dient.

4. Er vergaß die Ewigkeit vor sich

Der reiche Mann redet in seinem Selbstgespräch von vielen Jahren. Aber auch hierin hatte er sich gründlich verrechnet. Er rechnete mit der Zeit, Gott aber rechnet mit der Ewigkeit. "Iß, trink und sei fröhlich!" Das waren seine letzten Worte in dieser Zeit. Und gleich danach redet ein anderer zu ihm. Der, nach dem er nicht gefragt hatte, stellte ihm mit Donnergewalt sein göttliches Aber entgegen: "Du Tor, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern!"

Der reiche Mann starb plötzlich. Ob es ein Herzinfarkt war oder ein Unfall, das ist Nebensache. Jedenfalls stand er noch in der gleichen Nacht, als er sich Gedanken machte, auf welche Art und Weise er seine Ernte am besten unterbringen könnte, vor dem, nach dem er im Leben nicht gefragt hatte: vor dem hochheiligen Gott.

Vielleicht war er immer der Meinung gewesen, es gäbe nur ein diesseitiges Leben. Denn nicht wenige sind dieser Meinung. Solche gab es immer schon, sogar unter denen, die sich Theologen nennen. So gab es zum Beispiel zur Zeit Jesu eine Gruppe von Theologen, Sadduzäer genannt, die behauptete, es gäbe keine Auferstehung, eine Behauptung, die in eindeutigem Widerspruch zu den Aussprüchen Gottes im Alten Testament steht, das sie ja in Händen hatten.

Und ähnliche Irrlehren werden auch heute offen und ohne Scheu von den Anhängern einer sogenannten "modernen" Theologie verbreitet. Dabei ist diese "Theologie" alles andere, nur nicht modern. Sie ist abgestanden alt, uralt sogar. Die "moderne" Theologie ist viele tausend Jahre alt, denn wir finden ihre Sprache schon in der Frage der Schlange im Garten Eden: "Sollte Gott gesagt haben?"

Das ist der Ur-Zweifel, die satanische Frage, die der Böse dem ersten Menschenpaar vorstellte. Und genau dieselbe Frage legt er den Menschen im Zeitalter der Computer und der Weltraumfahrt vor. Seine Taktik ist heute noch die gleiche, wenn er auch die dem Menschen vorgelegten Gedanken des Zweifels heute "wissenschaftlich" verpackt und "theologisch" verbrämt.

Sollte Gott gesagt haben? Ja, er hat es gesagt! hat es immer wieder gesagt! Was denn? Daß dein Leben hier dein ewiges Los dort entscheidet. Daß es dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht (Hebr. 9,27). Ja, er hat uns befohlen, dem Volke zu predigen und ernstlich zu bezeugen, daß der Herr Jesus der von Gott verordnete Richter der Lebendigen und der Toten ist" (Apg.10,42). Und alle, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorchen, werden Strafe leiden, ewiges Verderben (2. Thess. 1,8-9), wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt (Mark. 9,43-48).

Das ist ganz sicher, trotz aller menschlichen Winkelzüge und Spekulationen: Du wirst an dem Herrn Jesus nicht vorbeikommen. Entweder er wird hier und jetzt dein Heiland und dein Herr, oder er wird dort dein Richter.

Wie manch einem ist es so ergangen wie dem reichen Mann! Da werden Pläne geschmiedet und Zukunftsschlösser gebaut. Da wird gegessen, getrunken, gefeiert und getanzt. Da werden Versicherungsverträge abgeschlossen, die möglichst jedes Risiko ausschließen sollen. Und aus heiterem Himmel erhalten die Freunde einen schwarzumrandeten Brief, der mit den Worten beginnt: "Plötzlich und unerwartet..." Gott hat gesprochen. "Du Tor! In dieser Nacht ... ! Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein?" Vielleicht für die zankenden Erben. Für dich nicht mehr. Von dem ganzen Vermögen nur noch sechs Bretter und ein Sterbekleid. Reich im Leben, bettelarm im Tode. Deine Zeitung berichtet jeden Tag davon.

Bei der Beerdigung eines bekannten Geschäftsmannes fanden sich prominente Trauergäste, Geschäftsfreunde, Beamte, Ärzte und Wirtschaftskapitäne ein, um einem der Ihren die letzte Ehre zu erweisen. Einer von ihnen berichtete nach der Beisetzung: "Am letzten Abend unseres Zusammenseins im Club, als wir am Stammtisch saßen, da sagte der Verstorbene, indem er uns dabei der Reihe nach ansah: ,Ja, liebe Freunde, heute in zwanzig Jahren werden die meisten von uns nicht mehr hier sein."'

Als der Trauergast diese Begebenheit erzählte, versanken alle in beklommenes Schweigen." Heute, in zwanzig Jahren", so hatte er gesagt, und nun, nach wenigen Tagen standen sie schon an seinem Grabe. Aber bald schon waren diese Minuten der Besinnung vorüber, und man nahm wieder alltäglichen Gesprächsstoff auf. Doch: "Heute in zwanzig Jahren", wo würden die meisten von ihnen dann sein? Die Grenzen dieses Zeitlaufs hinter sich - und hinübergegangen in die Ewigkeit. Aber in welche? - Das ist die über alles wichtige Frage.

Sie alle waren berühmte Männer ihrer Stadt; wohlbekannt im gesellschaftlichen Leben, geachtet, und beneidet von vielen. Aber nirgendwo in seinem Wort spricht Gott davon, daß Ruhm, Ehre und Anerkennung unter den Menschen ein Einlaßschein für die Herrlichkeit des Himmels ist.

"Heute in zwanzig Jahren." Wo? Ja, wo? Das ist die große Frage, die du hier und heute klären mußt. Heute in zwanzig Jahren werden zweifellos viele, die diese Schrift lesen, bei dem Herrn Jesus, dem anbetungswürdigen Sohne Gottes, im Himmel sein - oder aber mit den Verlorenen, die ihn verworfen haben, in der Verdammnis. Da gibt es keinen Mittelweg, keine Hintertür. Und dein ewiges Schicksal ist entschieden, wenn du diese Welt verläßt. Die Ewigkeit vor dir, wo wirst du sie verbringen? - Das ist die große Frage, die dich bewegen sollte.

Darum nutze diese Zeit aus im Hinblick auf die Ewigkeit. Jener Geschäftsmann hatte gesagt." Heute in zwanzig Jahren", und unerwartet schnell schon war er an der Reihe. Bei dem reichen Mann in Lukas 12 war es nicht anders. Lerne aus seinem verhängnisvollen Fehler! Die Bibel ruft dir zu: "So lehre uns denn zählen unsere Tage, auf daß wir ein weises Herz erlangen!" (Psalm 90, 12).

Die Menschen machen sich eher daran, die Sterne zu zählen als ihre Tage, und doch ist das letzte weitaus nützlicher. Ja, so wichtig und kostbar ist deine Zeit, daß du nicht mit Jahren, mit Monaten und Wochen rechnen sollst, sondern mit jedem Tag. Heute noch bist du unter den Lebenden, was morgen geschehen wird, ist dir verborgen. Niemand kann dir das sagen, trotz normalem Blutdruck und einwandfreiem EKG. Deshalb ist es so wichtig, daß du heute deine Sache mit Gott in Ordnung bringst. Schiebe diese Sache nicht auf die lange Bank. Es ist brandeilig. Heute bietet dir Gott ewiges Leben an. Lies die Bibel, seine herrliche Botschaft an dich! Du findest in ihr den Weg aufgezeigt, wie du ein glückliches Kind Gottes werden kannst. Sammle nicht länger irdische Schätze, sondern werde reich in Gott!



Vorsicht! Rechenfehler, Teil 1
Inhalt:
Inhalt:
Einen Berg von Geld
Geld macht nicht glücklich. Aber beruhigt es denn?
Ein alter Bericht, ganz aktuell!
Die Bibel nennt ihn mit Namen

Wie kannst Du heute noch diesen größten Reichtum erlangen?
Behalte deinen Reichtum nicht für dich!
 
 

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